Brennen im Hals: Ursachen, Begleitsymptome, Behandlung und Hausmittel

Das Brennen im Hals ist ein unspezifisches Symptom diverser - und meist harmloser - Leiden. Es kann in vielen Situationen auftreten und betrifft einige Menschen regelmäßig. Häufig liegt ihm eine vorübergehende Irritation des Halses oder Rachens zugrunde, seltener ist das Halsbrennen mit einer Krankheit assoziiert.

Brennen im HalsDer Grund für anhaltendes Brennen im Hals sollte ärztlich abgeklärt werden. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Die verschiedenen Ursachen des Brennens im Hals lassen sich in der Regel gut behandeln. Ferner gilt es zu erkennen, ob das Gefühl im Hals ein Warnzeichen eines medizinisch relevanten Leidens ist oder nicht.

Ursachen für Brennen im Hals

Grundsätzlich kann das Brennen im Hals in beinahe allen Situationen auftreten.

Sodbrennen

Besonders häufig tritt es beim oder nach dem Essen auf. Hier ist es meist auf Sodbrennen zurückzuführen: Magensäure und Mageninhalt werden aufgestoßen und reizen die Schleimhäute in der Speiseröhre.

Aber auch ein kranker Magen (Geschwüre, Gastritis etc.) kann das Sodbrennen auslösen. Schwer verdauliche und saure Nahrung verstärkt diesen Effekt bei empfindlichen Mägen. Das Sodbrennen kann chronisch sein und ist dann unter dem Begriff Refluxkrankheit bekannt.

Verletzungen

Ferner kann es beim Essen auch rein mechanisch zu Verletzungen des Halses kommen, die für ein Brennen und Schmerzen sorgen. So sind Verbrennungen und Reizungen durch heiße oder harte Nahrungsmittelbestandteile möglich. Einen ähnlichen Effekt können auch Alkohol und Kaffee auf empfindliche Schleimhäute im Hals haben.

Süßigkeiten

Einige Menschen bekommen zudem regelmäßig ein unangenehmes Gefühl im Hals nach dem Verzehr von Schokolade und anderen Süßigkeiten. Dies ist durch den Wasserentzug aus den Schleimhäuten durch den Zucker zu erklären.

Weitere physische Ursachen

Weitere physische Ursachen, die ein Brennen im Hals auslösen können, umfassen zum Beispiel:

  • Sport (aufgrund der Atmung, besonders bei kalter Luft)
  • Nasenspray (durch Austrocknung oder aufgrund von Allergien)
  • Oralverkehr
  • Erbrechen
  • Kohlensäure
  • Das Zähneputzen, insbesondere aber die Anwendung von Mund- und Rachenspülungen

Umweltstoffe als Ursache

Ebenfalls eine Reizung der Schleimhaut bewirken Umweltstoffe wie Staub, Zigarettenrauch, trockene Heizungsluft oder Chemikalien. Bei Belastung daheim oder am Arbeitsplatz kann so über längere Zeit Brennen im Hals auftreten.

Rauchen als UrsacheUnter anderem kann Zigarettenrauch die Ursache für ein Brennen im Hals sein. (Foto by: ByLove / Depositphotos)

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die häufig mit Halsschmerzen und einem brennenden Gefühl einhergehen.

Infekte

Hier sind zum Beispiel Infekte zu nennen: Lungenentzündungen, Rachenentzündungen, Kehlkopfentzündungen und Mandelentzündungen können alle dieses Gefühl auslösen.

Erkältung

Auch schwerere Erkältungen führen zu Halsschmerzen, die in der Regel durch das Husten noch verschlimmert werden.

Zysten

Zudem bilden sich durch Infektionen gelegentlich Zysten - auch im Hals. Diese können mitunter zu starken Schmerzen führen.

Allergien

Besonders häufig lassen sich auch Allergien als Auslöser festmachen. Hier ist besonders die Pollenallergie zu nennen. Generell können aber alle Allergien, welche sich auf Nahrungsmittel oder einzuatmende Partikel beziehen, zu Brennen im Hals führen. Auch immunologische Reaktionen auf Medikamente können sich einstellen.

Pilzerkrankung

Auch können Pilzsporen oder ein Pilzbefall zu einem Brennen im Hals führen.

Fibromyalgie

Zudem kommen zahlreiche indirekte Auslöser für das Brennen im Hals infrage. Hier ist beispielsweise die Fibromyalgie zu nennen. Einhergehend mit Verspannungen und einer hohen Empfindlichkeit, kommt es gelegentlich zu einem brennenden Gefühl im Hals.

Erkrankungen der Schilddrüse

Ähnlich können sich Schilddrüsenerkrankungen auswirken. Unter den Schilddrüsenerkrankungen hat die Hashimoto-Krankheit eine herausragende Stellung, denn sie führt konkret zu einer Entzündung, welche meist auch den inneren Hals betrifft.

Herzinfarkt

Auch im Rahmen eines Herzinfarktes kommt es häufig zu einem Brennen im Hals. Dieses ist meist auf den von der Brust aus ausstrahlenden Schmerz zurückzuführen.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie kann ein Brennen im Hals auslösen, das meist auf angegriffene Schleimhäute zurückzuführen ist. Dies hat vieles mit der Versorgung der Körperzellen zu tun, die bei einer Chemotherapie eingeschränkt wird.

Nährstoffmangel

Einen ähnlichen Effekt haben ein Vitaminmangel oder Nährstoffmangel. So ist es für Schleimhäute essenziell, dass genügend Flüssigkeit im Körper ist. Zudem benötigen diese Zellen zur Regulation ihres Flüssigkeitshaushaltes genügend Mineralstoffe, Eisen und besonders Vitamin A und Vitamin E.

Krebserkrankung

Krebs kann Halsschmerzen auslösen, wenn der entsprechende Bereich betroffen ist. Das Brennen im Hals kann dann durch Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs und ähnliche Krebsarten ausgelöst werden. Seltener kann auch ein durch Krebs irritierter Nerv zu Beschwerden im Hals führen.

Psychosomatische Ursachen

Unter den psychosomatischen Gründen für ein Brennen im Hals befinden sich vor allem Stress, Angstzustände und Verspannungen.

Wann tritt ein Brennen im Hals auf?

Grundsätzlich kann ein unangenehmes Gefühl im Hals zu jeder Tageszeit auftreten. Ist die Magensäure mitverantwortlich, kommt es vor allem abends, morgens und nach dem Essen zu Problemen, weil der Betroffene zu diesen Zeit liegt (Magensäure fließt leichter zurück in die Speiseröhre) oder die Produktion von Magensäure anregt.

Symptome, Begleitsymptome und Komplikationen

Ein Brennen im Hals ist selten einförmig und genau abzugrenzen. Die lokalen Schmerzen treten meist bei akuten Ursachen auf und vergehen schnell wieder.

Bei Infektionen können sie sich hingegen langsam ausbreiten und werden mit der Zeit stärker. Dabei kann es im Zuge von Infektionen zum Auswurf von Schleim kommen. Es herrscht meist ein Gefühl der Trockenheit im Hals. Diverse Infektionen in diesem Bereich sind, insofern die Behandlung ausbleibt, mit einem erheblichen Komplikationsrisiko verbunden. Dies gilt vor allem für die Lungeninfektion.

Infektionen, die für ein Brennen im Hals verantwortlich sind, bedeuten zudem meist auch Fieber, Abgeschlagenheit und ähnliche Symptome. Kopfschmerzen und Gereiztheit kommen vor.

Das Brennen im Hals kann auch ausstrahlen und sich etwa auf die Brust, die Ohren, das Gesicht oder den Kiefer ausweiten. Selten kommt es zu Rückenschmerzen (meist nur, wenn auch viel gehustet wird).

Brennen im Hals HerzinfarktAuch im Rahmen eines Herzinfarktes kommt es häufig zu einem Brennen im Hals. (Foto by: suriyaphoto / Depositphotos)

Es kann nebst dem Brennen zu einem Druckgefühl kommen. Es gilt hier abzuklären, ob es sich um eine wandernde Infektion oder um ein rein nervliches Empfinden handelt. Zuweilen kann sich ausbreitender Schmerz das Anzeichen einer schweren Infektion oder eine Gewebeschädigung (Krebs, Zyste, Vereiterung etc.) sein. Ausstrahlende Schmerzen, die vom Hals ausgehen, sind allerdings selten. Zu mehr Besorgnis sollten Schmerzen führen, die sich von einer anderen Körperstelle aus zum Hals ausgebreitet zu haben scheinen. Dies gilt besonders für Schmerzen, die von der Brust her kommen, denn dies spricht für einen Herzinfarkt.

Generell kann es bei Magenproblemen und Refluxproblemen zu Heiserkeit kommen, weil auch die Stimmbänder angegriffen werden. Heiserkeit kann auch im Zuge von Infektionen (durch Husten bedingt) auftreten. Andauernde Probleme mit dem Aufstoßen können zudem zu Zahnfleisch- und Zahnschädigungen führen, weil aufgestoßene Magensäure diesen Bereich angreift. Husten kommt fast immer vor.

Sind Infektionen oder Pilze die Auslöser, kommt es zudem häufig zu einer belegten Zunge.

Je nachdem, ob auch Schwellungen hinzukommen, kann es auch zu vorübergehender Luftnot kommen. Diese kann auch bei Allergien auftreten. Schluckbeschwerden sind bei einem Brennen im Hals - gleich welcher Ursache - zudem die Regel. Die Luftnot kann besonders nachts gefährlich sein und zu einer Schlafapnoe führen.

Da ein Brennen im Hals meist auch trockene Schleimhäute bedeutet, kommt es auch zu einem trockenen Mund. Gerade morgens kann dies besonders auffällig sein. Außerdem fördert ein trockener Mund die Ansiedlung diverser Keime. Insgesamt ist ein angegriffener Hals als nicht förderlich für die Mundflora zu bezeichnen. Es kommt hier häufig zu Mundgeruch.

Insgesamt sind die Komplikationen bei den meisten Ursachen (gerade bei den mechanischen) als übersichtlich zu bezeichnen. Mechanische Ursachen, die nicht in größeren Verletzungen bestehen, haben kein Komplikationspotenzial. Die Selbstheilungskräfte der Schleimhäute im Hals sind gut.

In den allermeisten Fällen ist das Brennen im Hals allerdings auf vorübergehende Reizungen oder Infektionen zurückzuführen. Ferner gilt es zu beachten, dass die Schleimhäute im Hals bei den Menschen unterschiedlich empfindlich sind. Eine Abklärung von länger anhaltenden Symptomen ist immer angebracht.

Brennen im Hals während der Schwangerschaft

Das Brennen im Hals während einer Schwangerschaft ist zumeist ein Sodbrennen.

Es betrifft fast die Hälfte aller schwangeren Frauen ist mit einem unterschiedlichen hohen Leidensdruck verbunden. Ein schwangerschaftsbedingtes Sodbrennen verschwindet nach der Entbindung in der Regel von allein.

Seltener können auch die hormonellen Umstellungen oder der erhöhte Nährstoffbedarf des heranwachsenden Kindes zu einem Brennen im Hals führen. Ursächlich ist meist eine Austrocknung der Schleimhäute im Hals. Mit genügend Wasser kann dies kompensiert werden.

Brennen im Hals bei Kindern

Bei Kinder ist Sodbrennen selten. Die meisten Formen von Halsweh sind bei Kindern auf Infektionen zurückzuführen. Hiermit kann bei kleinen Kindern circa achtmal im Jahr gerechnet werden, wobei der Leidensdruck auch hier sehr unterschiedlich ausfällt.

Typisch für eine Halsinfektion bei Kindern sind schnell auftretende Heiserkeit und trockener Husten. Mandelentzündungen und diverse Rachenentzündungen sind hier die häufigsten Auslöser.

Ein Brennen im Hals ohne Begleitsymptome bedarf hingegen einer Abklärung, insofern es nicht durch die Nahrung erklärbar ist. Hier spricht vieles für eine Allergie.

Bezeichnend sind auch die Kinderkrankheiten: Scharlach und Mumps bedeuten zum Beispiel fast immer ein Brennen im Hals.

Vorsicht ist zudem bei lang anhaltendem Husten mit Halsschmerzen geboten. Hier könnte es sich um das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) handeln.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnostik beginnt wie immer mit der Anamnese: Erfragt werden seitens des Arztes

  • Schweregrad und Dauer der Beschwerden
  • besondere Zeitpunkte ihres Auftretens
  • Vorerkrankungen und andere Symptome, die vielleicht bislang noch gar nicht mit dem Halsbrennen im Zusammenhang gesehen wurden.

Eine Untersuchung des Rachens, soweit einsehbar, schließt sich an, des Weiteren sollten Nasennebenhöhlen abgeklopft und Halslymphknoten getastet werden, da diese sowohl bei Infektionen als auch bei bösartigen Erkrankungen vergrößert sind.

Je nach Schwere und Dauer der Beschwerden können sich verschiedene apparative Untersuchungsmethoden anschließen:

Ärztin untersucht Hals und RachenRachenraum, Halslymphknoten und Nasennebenhöhlen sollten bei Brennen im Hals untersucht werden. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Behandlung und Selbsthilfe bei Brennen im Hals

Antibiotika

Die Behandlung bei einem Brennen im Hals erfolgt nur dann ursächlich, wenn die Ursache behandelbar ist. Das bedeutet konkret, dass beispielsweise gegen bakterielle Infektionen vorgegangen werden kann (durch Antibiotika).

Behandlung von Zysten

Zysten und andere Raumforderungen erfordern meist chirurgische Eingriffe. Bei Zysten wird in der Regel punktiert.

Behandlung bei Schilddrüsenerkrankungen

Hierbei können Hormontherapien oder operative Verfahren eingesetzt werden. Die Behandlung ist hier im Einzelfall zu betrachten.

Behandlung von Sodbrennen

Ist eine Refluxstörung ursächlich, werden meist Medikamente verschrieben, die die Magensäurebildung einschränken.

An Eigenmaßnahmen empfiehlt sich die Einnahme vieler kleiner Mahlzeiten anstelle von großer Mahlzeiten, zudem sollte mit erhöhtem Kopfteil geschlafen werden. Zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollte auf Nahrung verzichtet werden, um den Rückfluss der Schwerkraft folgend gar nicht erst zu ermöglichen.

Weitere Tipps zur Behandlung

Weit häufiger kommt es aber zu einem Brennen im Hals, dessen Ursachen nicht medikamentös behandelbar sind. Dies ist etwa bei viralen Infektionen, bei Irritationen aufgrund der Umwelt oder bei Nebenwirkungen einer unzureichenden Ernährung der Fall. Hier haben die Betroffenen viele Möglichkeiten, das Brennen zu lindern oder gar ganz abzuschwächen:

  • Ganz wichtig ist es, den Hals feucht zu halten. Warmer Tee, Lutschtabletten (auch mit betäubender Wirkung) und weiche Nahrung sind vorteilhaft. Akut hilft das Trinken von Milch bei einigen Menschen. Ein Luftbefeuchter schützt vor weiterer Austrocknung des Halses beim Atmen.
  • Gegen Partikel, die eventuell im Hals sind (Staub, Sporen etc.) kann ein kräftiges Gurgeln mit lauwarmen Wasser helfen. Zudem kann es sinnvoll sein, den Hals warm einzuwickeln.

Homöopathie

An Globuli stehen zur symptomatischen Behandlung (vor allem bei viralen Infekten und Beschwerden beim Schlucken in Kombination mit Halsschmerzen) zum Beispiel Belladonna, Aconitum napellus und Apis mellifica zur Verfügung. Potenz und Dosis sind mit einem hierfür zuständigen Ansprechpartner abzuklären.

Entspannter Nacken

Insgesamt ist es bei einem geschwollenen und schmerzendem Hals besser, wenn die Nackengegend nicht zu verspannt ist. Dies erleichtert die Atmung. Hier kann Infrarotlicht helfen. Eine Massage ist ebenfalls gut.

Auf gesunde Schleimhäute achten

Damit die Schleimhäute des Halses auch vorbeugend vorbereitet werden können, müssen sie unterstützt werden. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und die bereits angesprochenen Vitamine und Mineralstoffe helfen hier. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass weder Salziges noch Süßes getrunken wird.

Im Falle dessen, dass der Hals brennt, sollte zudem auf Zigaretten, Alkohol, Süßes und Salziges weitestgehend verzichtet werden. Anstrengungen sind zu vermeiden.

In den meisten Fällen von Halsbrennen ist allerdings überhaupt keine Maßnahme nötig. Das Brennen im Hals legt sich meist binnen Minuten oder Stunden von allein, wenn es keinen pathologischen Auslöser gab. Insofern lohnt sich ein Abwarten von einer paar Stunden, insofern der Reiz erträglich ist.


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