Doxycyclin - Antibiotikum: Beschreibung, Wirkung, Anwendungsgebiete, richtige Einnahme

Als Doxycyclin wird ein Breitband-Antibiotikum bezeichnet, das sich gegen zahlreiche unterschiedliche Bakterien verabreichen lässt. Zu den wichtigsten Indikationen gehören Harnwegsinfekte, Lungeninfektionen und Mittelohrentzündungen. Des Weiteren ist der Wirkstoff auch gegen Protozoen (Einzeller) anwendbar.

Was ist Doxycyclin?

Doxycyclin zählt zu den entzündungshemmenden und bakteriostatischen Antibiotika und ist Bestandteil der Arzneistoffgruppe der Tetrazykline.
 
Die Entdeckung der ersten Tetrazykline erfolgte im Jahr 1948. Der erste Arzneistoff dieser Art trug die Bezeichnung Aureomycin. Er stellte ein Stoffwechselprodukt von bestimmten Bakterien dar. Kurze Zeit später wurde auch das Oxytetrazyklin entdeckt. Durch das Abwandeln seiner molekularen Struktur in Laborversuchen kam es schließlich zur Entdeckung von Doxycyclin, das in der Gegenwart eines der bekanntesten und gebräuchlichsten Tetrazykline ist.

In Österreich wird das verschreibungspflichtige Doxycyclin unter den Handelsnamen Dotur, Oraycea, Periostat, Vibranös und Vibramycin angeboten.

Darreichungsformen

Die Darreichung des Doxycyclins erfolgt in der Regel oral durch Tabletten, Brausetabletten, Kapseln oder Retardkapseln. Ebenso möglich ist die Gabe von Granulat.
 
Durch die orale Einnahme sind mitunter unerwünschte Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden möglich.

Wirkungsweise von Doxycyclin

Wie sämtliche Abkömmlinge aus der Wirkstoffgruppe der Tetrazykline entfaltet Doxycyclin wachstumshemmende Effekte auf Bakterien. Mediziner bezeichnen es daher auch als bakteriostatischen Wirkstoff.
 
Damit die Bakterien wachsen können, sind sie dazu gezwungen, ihre Erbgutinformationen abzulesen. Aus den Daten, die sie dabei gewinnen, erzeugen sie Proteine, die für die Zellen von lebenswichtiger Bedeutung sind. Tetrazykline wie Doxycyclin verfügen über die Eigenschaft, das Ablesen und Übersetzen der bakteriellen Erbinformationen zu hemmen. Weil das Antibiotikum sich nur selektiv auf Einzeller auswirkt, sind die menschlichen Zellen hingegen keinerlei Wachstumsbehinderungen ausgesetzt.
 
Die Wirkung des Doxycyclins sorgt dafür, dass die Bakterien im Organismus des Menschen nicht mehr wachsen. Dadurch kann das Immunsystem des Patienten die von ihnen ausgelöste Erkrankung wirkungsvoll bekämpfen, was wiederum zum Rückgang der Beschwerden führt.

Anwendungsgebiete

Doxycyclin eignet sich zur Behandlung von Erkrankungen, die von Bakterien verursacht werden. Die Verordnung des Antibiotikums erfolgt vor allem bei:
  • Atemwegsinfektionen wie einer akuten Bronchitis, einer Nasennebenhöhlenentzündung, einer Halsentzündung, einer Mandelentzündung oder einer Mittelohrentzündung
  • Entzündungen des Mundraums
  • Harnwegsinfektionen wie eine Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung oder Harnröhrenentzündung
  • Hautinfektionen
  • schwerer Akne vulgaris und Rosacea
  • einer Entzündung der Prostata (Prostatitis)
  • bakteriellen Augenentzündungen
  • einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Gallenwegsinfektionen
  • Erkrankungen, deren Übertragung durch Zecken erfolgt
  • Cholera
  • (Tripper))
  • Syphilis im Falle einer Penicillin-Allergie
  • Streptokokken-Infektionen
  • Infektionen durch Campylobacter-Bakterien oder Yersinien
  • Shigellen-Infektionen
  • seltenen Krankheiten wie Ornithose, Listeriose, Brucellose, Rickettsiose, Granuloma inguinale, Bartonellose, Melioidose und Pest
  • Malabsorptionssyndromen wie Morbus Whipple und tropischer Sprue
  • Candida-Pilzen
  • Mykoplasmen
  • Insektenstichen
  • Wanderröte
  • Zahnentzündungen

Malaria

Ein weiteres Anwendungsgebiet stellt die Malaria dar. So eignet sich Doxycyclin zur Prävention und Therapie dieser gefährlichen Tropenkrankheit. Von besonderer Bedeutung ist das Antibiotikum in Regionen, in denen sich die Malariaerreger resistent gegen Antibiotika zeigen. Dort wird der Arzneistoff gemeinsam mit anderen antibiotischen Mitteln dargereicht.

Einnahme und Anwendungsdauer

Wie viel Zeit die Einnahme des Doxycyclins beansprucht und welche Dosierung erfolgt, hängt von Art und Ausmaß der Beschwerden ab. Wichtig ist, dass der Patient sich stets an die Anweisungen seines Arztes hält.
 
Im Falle von akuten Infektionen liegt die Dauer der Therapie zwischen 5 Tagen und 3 Wochen. Weil Doxycyclin zu den Wachstumshemmern zählt, besteht bei ihm im Unterschied zu den bakterienabtötenden Antibiotika eine Wirkverzögerung.

Dosierung von Doxcyclin

In den meisten Fällen erfolgt die Einnahme des Antibiotikums oral. Je Einzeldosis beträgt die empfohlene Menge 50, 100 oder 200 Milligramm.
 
Die Darreichung des Tetrazyklins lässt sich entweder einmal pro Tag oder drei Mal täglich, also morgens, mittags und abends vornehmen.
 
Das Antibiotikum sollte mit einem Glas Wasser zu einer Mahlzeit verabreicht werden. Dieses Vorgehen erhöht die Verträglichkeit des Doxycyclins in der Verdauungsregion.
 
Sinnvoll ist überdies die Einnahme des Medikaments zu denselben Uhrzeiten.

Dosierung bei Kindern

Kinder ab 12 Jahren erhalten die gleiche Dosis wie erwachsene Patienten. Jüngeren Kindern kann der Arzt auch eine niedrigere Dosis verordnen. Für Kinder unter 8 Jahren ist das Antibiotikum jedoch nicht geeignet. So kann sich der Arzneistoff in ihren Zähnen und Knochen anlagern und Wachstumsstörungen auslösen.

Doxycyclin und Sonne

Während der Doxycyclin-Therapie empfiehlt es sich, auf Sonnenbäder oder Besuche in Solarien zu verzichten. So reagiert die Haut des Patienten durch die Einnahme des Antibiotikums empfindlicher auf die Einwirkung von UV-Licht.

Doxycyclin und die Antibabypille

Wird das Doxycyclin gleichzeitig mit der Antibabypille verabreicht, besteht das Risiko, dass die Wirkung des Verhütungsmittels dadurch negativen Beeinträchtigungen unterliegt.
 
Aus diesem Grund ist es ratsam, zusätzlich mit nicht-hormonellen Mitteln wie Kondomen zu verhüten.
 
Allerdings ist die Forschungslage dazu nicht eindeutig. So halten einige Studien die gemeinsame Darreichung von Antibiotika und Pille für unbedenklich, während andere die Gefahr sehen, dass die betroffene Frau dadurch ungewollt schwanger wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte also auf zusätzliche Verhütungsmittel zurückgreifen.

Doxycyclin und Sport

Sportliche Betätigungen werden durch die Anwendung von Doxycyclin nicht beeinträchtigt. Wichtig ist jedoch, beim Training auf genügend Sonnenschutz zu achten, weil bereits kurze Aufenthalte in der Sonne die Gefahr eines Sonnenbrands nach sich ziehen.

Doxycyclin und Alkohol

Nach Empfehlungen von Ärzten ist es besser, während der Einnahme des Tetrazyklins auf den Genuss von Alkohol zu verzichten. So baut die Leber das Antibiotikum unter dem Alkoholeinfluss schneller ab, was sich wiederum negativ auf die Menge des Wirkstoffs im Körper und damit auf die Therapie auswirkt.

Doxycyclin und Schmerzmittel

Durch die gleichzeitige Darreichung von Antibiotika und gebräuchlichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen besteht das Risiko von Wechselwirkungen. Daher gilt diese Kombination nicht als empfehlenswert, da im schlimmsten Fall sogar Nierenversagen möglich ist. Im Zweifelsfall sollte Rat beim Arzt eingeholt werden.

Doxycyclin und Kaffee

Problematisch kann auch die gleichzeitige Gabe von Doxycyclin und Koffein sein, das in Kaffee, Tee oder Cola vorkommt. Dadurch sind mitunter Erregungszustände, Schlafstörungen oder Herzrasen im Bereich des Möglichen.
 
So haben die Antibiotika die Eigenschaft, den Abbau von Koffein zu hemmen. Aus diesem Grund empfehlen Experten während der Einnahme einen vollständigen Koffeinverzicht.

Doxycyclin und Milch bzw. Milchprodukte (Kalzium)

Antibiotische Medikamente wie Doxycyclin dürfen nicht zusammen mit Milch oder Milcherzeugnissen wie Butter, Käse, Joghurt usw. eingenommen werden.
 
Bei tetrazyklischen Antibiotika besteht die Möglichkeit, dass sie Verbindungen mit dem in den Milchprodukten enthaltenem Kalzium eingehen, die der Organismus nicht mehr aufschließt.
 
Dies hat wiederum den Effekt, dass die positiven Eigenschaften des Doxycyclins ausgebremst werden. Mediziner raten daher, Nahrungsmittel, die Kalzium enthalten, nicht früher als zwei Stunden nach der Antibiotikaeinnahme zu verzehren.

Doxycyclin und magnesiumhaltige Lebensmittel

Ähnliches gilt für die gleichzeitige Aufnahme des Mineralstoffs Magnesium. Ebenso wie beim Kalzium kommt es zum Eingehen von Verbindungen zwischen Doxycyclin und Magnesium-Ionen, durch die die Aufnahme des Arzneimittels in den Darm behindert wird. Genau wie Kalzium ist Magnesium auch in Milch und Milchprodukten enthalten.

Doxycyclin und Johanniskraut

Bei einer Behandlung mit Doxycyclin ist es ratsam, auf die gleichzeitige Anwendung von Johanniskraut zu verzichten. Das ansonsten eher unbedenkliche Johanniskraut, das gegen leichte bis mittelschwere Depressionen eingesetzt wird, lässt die Empfindlichkeit auf UV-Licht ansteigen. Zusammen mit Doxycyclin wird diese Photosensibilität deutlich erhöht, weswegen bei Sonneneinfluss starke Rötungen und Hautausschläge drohen.

Doxycyclin Halbwertszeit

Die Halbwertszeit von Doxycyclin liegt zwischen 18 und 23 Stunden. Seine bakteriostatischen Eigenschaften wirken sowohl bei gramnegativen als auch bei grampositiven Bakterien.

Gibt es Alternativen zu Doxycyclin?

Die Gabe von alternativen Antibiotika richtet sich nach den zu behandelnden Beschwerden. So können bei der Therapie einer Chlamydieninfektion auch Makrolide  wie Clarithromycin, Azithromycin oder Erythromycin zur Anwendung kommen.
 
Gleiches gilt für die Chinolone Ofloxacin und Levofloxacin. Bei der Auswahl der Mittel muss zudem auf eventuelle Zusatzinfektionen geachtet werden.

Grundsätzlich ist auch die Gabe eines anderen Tetrazyklins möglich.

Doxycyclin in der Schwangerschaft und Stillzeit

Nur in Ausnahmefällen zur Anwendung gelangen darf Doxycyclin während der Schwangerschaft oder Stillzeit. So besteht das Risiko, dass das Kind durch den Wirkstoff Knochenwachstumsstörungen erleidet, die jedoch als reversibel gelten. Daher erfolgt die Einnahme des Antibiotikums während dieser Zeiträume nur bei sehr schweren Krankheitsverläufen.
 
Schädliche Auswirkungen sind zudem bei Kindern möglich, die ein geringeres Körpergewicht als 50 Kilogramm aufweisen.

Resistenz gegen Doxycyclin

Verschiedene Bakterienstämme verfügen über eine Resistenz gegen Doxycyclin, sodass das Antibiotikum bei ihnen nicht wirkt. Dazu gehören ca. 30 Prozent aller Escherichia coli Keime, die vor allem für Harnwegsinfektionen verantwortlich sind.

Nebenwirkungen

Durch die Einnahme von Doxycyclin kann es mitunter zu unerwünschten Nebeneffekten kommen. Dazu zählen:

Wechselwirkungen

Des Weiteren können auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln auftreten. So kommt es durch die gleichzeitige Zufuhr von säurebindenden Mitteln, medizinischer Kohle, Antiionenaustauschharzen sowie kalziumhaltigen Fruchtsäften und Milch zu einer verlangsamten Aufnahme des Doxycyclins aus dem Magen-Darm-Trakt, was wiederum die Wirkung des Antibiotikums beeinträchtigt. Die Einnahme dieser Stoffe sollte deshalb erst zwei bis drei Stunden nach der Gabe des Tetrazyklins stattfinden.

Ein rascherer Abbau des Doxycyclins kann durch die zeitgleiche Gabe der medizinischen Wirkstoffe Carbamazepin, Rifampicin, Phenytoin und Primidon erfolgen.
 
Auf eine Kombination mit bestimmten Antibiotika wie Cephalosporinen oder Penicillinen ist zu verzichten, weil die Wirkung beider Stoffe darunter leidet.
 
Durch eine gemeinsame Gabe von Doxycyclin und Methoxyfluran oder Ciclosporin drohen schwere Nierenschäden.
 
Bei der gleichzeitigen Anwendung von Isotretinoin erhöht sich die Gefahr eines verstärkten Schädelinnendrucks.

Wenn die Einnahme vergessen wurde

Vergisst der Patient die Einnahme von Doxycyclin einmal, fährt er am folgenden Tag mit der vorgeschriebenen Darreichung fort. Es ist nicht nötig, die doppelte Dosis einzunehmen.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Die Aufbewahrung des Antibiotikums erfolgt an einem trockenen und lichtgeschützten Ort. Die Haltbarkeit von Doxycyclin-Präparaten beträgt 3 bis 5 Jahre. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums darf das Arzneimittel nicht mehr zur Anwendung gelangen.

Kontraindikationen

Nicht zur Einnahme geeignet ist Doxycyclin, wenn der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff oder Tetrazykline leidet. Gleiches gilt bei:
  • Niereninsuffizienz
  • schweren Störungen der Leberfunktion
  • Myasthenia gravis

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