Ernährung bei Verdauungsproblemen

Zahlreiche Menschen leiden unter Verdauungsbeschwerden. Diese können sich in Form von Durchfall, Verstopfungen und Blähungen sowie Aufstoßen, Krämpfen und Schmerzen äußern. Verdauungsbeschwerden können mit Schlafproblemen einhergehen und privat wie beruflich eine Belastung darstellen. Außerdem können durch Verdauungsstörungen soziale Kontakte eingeschränkt werden. Die Gründe für Verdauungsstörungen können verschieden sein.

Eine falsche Ernährung kann zu Verstopfung und anderen Verdauungsproblemen führen.Eine falsche Ernährung kann zu Verstopfung und anderen Verdauungsproblemen führen. (Foto by: gstockstudio / Depositphotos)

Ursachen und Folgen von Verdauungsproblemen

Hauptsächlich kommen als Ursachen für Verdauungsbeschwerden falsche Ernährung, Stress und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts in Betracht.

Dazu zählen:

  • Falsche Essgewohnheiten wie zu schnelle, zu fettige, übermäßige oder zu späte Nahrungsaufnahme
  • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Psychische Belastungen wie Stress, Angst oder Trauer
  • Mangelnde Bewegung
  • säurebildende Nahrungsmittel
  • industriell gefertigte sowie stark zuckerhaltige Nahrungsmittel
  • Weißmehlprodukte
  • wenig frisches Obst und Gemüse
  • zu viel tierische Produkte
  • Magen- oder Darm-Erkrankungen
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Alkohol
  • Nikotingenuss
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Lebensmittel, die besonders starke Blähungen verursachen

Symptome bei Verdauungsbeschwerden

Krampfartige Darmbeschwerden in Verbindung mit Blähungen kommen nach dem Konsum von Hülsenfrüchten oder Kohlgemüse häufig vor. Sie sind jedoch ungefährlich und nur von kurzer Dauer.

Deutlich unangenehmer können die Folgen bei einer Magen-Darm-Grippe sein. Dabei treten folgende Beschwerden auf:

Die Erkrankung kann einige Tage anhalten und sollte ärztlich behandelt werden. Anhaltender Durchfall kann besonders bei Säuglingen und Kleinkindern zu einem gesundheitsgefährdeten Flüssigkeitsdefizit führen. Durchfallerkrankungen können oftmals auch bei Auslandsreisen insbesondere in afrikanischen und asiatischen Ländern auftreten. Häufig spielt dabei mangelnde Hygiene bei Speisen und Getränken eine Rolle.

Bei einem Reizdarm treten als Symptomen Bauchkrämpfe und Blähungen auf. Dabei kann es sowohl zu Durchfall als auch zu Verstopfungen kommen.

Beschwerden für die Verdauung können außerdem durch persönliche Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten wie Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz auftreten. Probleme verursachen in diesen Fällen getreide- oder eiweißhaltige Lebensmittel.

Heftige körperliche Reaktionen können durch Allergien hervorgerufen werden. Dabei kommt es zu Fehlreaktionen des Immunsystems gegen ungefährliche Nahrungsmittel. Ist die Verdauung gestört, können neben anderen Beschwerden die Nährstoffaufnahme, der Flüssigkeitshaushalt sowie die Entgiftung des Körpers ebenfalls betroffen sein.

Der Einfluss von Lebensmittel auf die Verdauung

Den allgemeinen Empfehlungen zufolge ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung anzustreben. Drunter ist zu verstehen, dass die tägliche Kalorienzufuhr dem täglichen Energieverbrauch entsprechen sollte. Außerdem sind eine ausreichende Flüssigkeitsmenge sowie genügend Nährstoffe zu berücksichtigen. Letztlich sollte die Ernährung auch ballaststoffreich sein.

In der oftmals durch Stress und Hektik bestimmten Alltagsrealität wird davon häufig abgewichen. Zu wenig Ballaststoffe können Verdauungsprobleme verursachen.

Verdauungsbeschwerden können ebenso durch ein üppiges, spätes Abendessen oder eine einseitige Ernährung entstehen. Eine falsche Ernährung sollte also vermieden werden, aber welche Lebensmittel sind abgesehen vom Essverhalten gut oder schlecht für die Verdauung? Einige Lebensmittel verfügen über ausgesprochen verdauungsfördernde Eigenschaften. Sie sind gut bekömmlich, enthalten lösliche Ballaststoffe und sind verdauungsanregend. Ebenso wirken sie entgiftend wie entzündungshemmend.

Empfohlene Nahrung bei Durchfall

Bei Durchfall sollten besonders abführende, verdauungsfördernde Lebensmittel gemieden werden. Stattdessen können bestimmte andere Nahrungsmittel die Durchfall-Problematik lindern.

Bei Durchfällen kommt es wie bei Verstopfungen darauf an, wodurch sie verursacht werden. Bei Erkrankungen sollte ein Arzt befragt werden und im Einzelfall eine gezielte Behandlung erfolgen. Neben einer abstinenten Phase bei Durchfällen kann ebenso eine passende Ernährung zur Linderung und Beseitigung des Problems beitragen. Damit kein Defizit an Nährstoffen und Flüssigkeit entsteht, sollte in jedem Fall täglich gegessen werden.

Empfohlene Lebensmittel bei einer Durchfallerkrankung

Je nach persönlichem Geschmack bieten sich folgende Lebensmittel an:

  • geriebene Äpfel
  • pürierte Bananen
  • Zwieback
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Haferflocken

Ebenso ist eine Möhrensuppe empfehlenswert. Als Getränke bieten sich Kräutertees und kohlensäurefreies, nicht allzu kaltes Mineralwasser an.

Lebensmittel, die bei Durchfall gemieden werden sollten

Dabei sollten einige Lebensmittel vorübergehend nicht auf dem Speiseplan stehen:

  • Scharfe Speisen mit Gewürzen wie Chili
  • Besonders fetthaltige Lebensmittel wie Bratwurst, Chips oder Butter
  • Stark zuckerhaltige Speisen
  • Blähende Gemüsesorten wie Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln
  • Kaffee, Alkohol und Fruchtsäfte

Durchfall nach einem Essen stellt sich im Regelfall als gesunde Abwehrreaktion des Körpers dar. Dadurch befreit er sich von übermäßigen Essensmengen sowie giftigen oder verdorbenen Zutaten. Bei akutem Durchfall ist das Hungergefühl reduziert. Daher sollten Essensmengen auch klein ausfallen. Dazu ist eine Erhöhung der Trinkmenge angebracht.

Ernährungshinweise für Verstopfungen

Flohsamenschalenpulver kann sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall angewendet werden.Flohsamenschalenpulver kann sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall angewendet werden. (Foto by: zoeytoja / Depositphotos)

Einige Lebensmittel sind gegen Verstopfung (Obstipation) besonders hilfreich. Sie sind leicht verdaulich, enthalten lösliche Ballaststoffe und wirken verdauungsanregend.

Flohsamen und Flohsamenschalen

Dazu zählen Flohsamen und Flohsamenschalen. Der Samen verfügt über einen außerordentlichen Anteil an Schleim- und Ballaststoffen. In besonders konzentrierter Form sind Flohsamenschalen damit ausgestattet.

Flohsamenschalen quellen stark auf. Dabei lösen sie Kotablagerungen von den Darminnenwänden. Der besonders hohe Anteil an unverdaulichen Ballaststoffen verbessert die Ausscheidung von Schlacken und bakteriellen Giftstoffen. Die aus dem Gewebe ausscheidenden Abfallprodukte führen zu einer Durchblutungsverbesserung. Dadurch können verstärkt über die Blutbahn Nährstoffe und Sauerstoff transportiert und der Stoffwechsel verbessert werden.

Bereits eine geringe Menge in Wasser eingeweichter Flohsamenschalen verbessert den Fülldruck und die Gleitfähigkeit des Stuhls erheblich. Dadurch ist eine gründliche Stuhlentleerung ohne Drücken möglich. Damit genügend Flüssigkeit zur Bindung mit Flohsamenschalen verfügbar ist, empfiehlt es sich ein zusätzliches Glas Wasser zu trinken. Ohne Flüssigkeitszufuhr könnte ansonsten mit einer Verstopfung das Gegenteil des Erwünschten eintreten.

Haferkleie

Haferkleie unterstützt ebenfalls eine geregelte Verdauung ohne Verstopfungen.

Durch seine ausgewogenen Anteile an löslichen und unlöslichen Ballaststoffen ist Haferkleie gut verträglich. Haferkleie ist zur Anregung der Verdauung im Gegensatz zu Weizenkleie auch für empfindliche Personen geeignet. Weizenkleie enthält nur 3,6 Prozent lösliche Ballaststoffe und mehr als 45 Prozent unlösliche Ballaststoffe.

Verstopfungsbeschwerden und Blähungen können innerhalb von 1 bis 2 Wochen auf natürlichem Weg durch Haferkleie beseitigt werden. Durch seine entgiftende, entzündungshemmende Wirkung können im Darm außerdem Heilungsprozesse gefördert und Schwermetallrückstände wie Cadmium gebunden werden. Bei Bedarf ist Haferkleie auch glutenfrei erhältlich.

Grünes Blattgemüse

Bei Neigungen zu Verstopfungen unterstützt auch grünes Blattgemüse die Verdauung und fördert einen problemlosen Stuhlgang. Grünes Blattgemüse enthält Cellulose und Chlorophyll und ist besonders ballaststoffreich.

Sollten üppige, fetthaltige Mahlzeiten und zuckerhaltige Desserts unvermeidbar auf den Speiseplan gelangen, sollten zum Ausgleich Bitterstoffe vorgesehen werden. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und unterstützen im besonderen Maße die Verdauung. Bitterstoffe regen Verdauungssäfte, Bauchspeicheldrüsensekret und Gallenflüssigkeit an.

Reich an Bitterstoffen sind:

  • Salate wie Chicorée, Rucola und Endivie
  • Grapefruits
  • Artischocken
  • Kohlsprossen

Weitere Lebensmittel, die einer Verstopfung entgegenwirken

Ballaststoffe unterstützen und helfen der Verdauung.Ballaststoffe unterstützen und helfen der Verdauung. (Foto by: bit245 / Depositphotos)

Zur schnelleren Beseitigung von Verstopfungen sind Trockenpflaumen, Feigen und Datteln sowie naturtrüber Apfelsaft hilfreich.

Ebenfalls zeitnah sorgen für eine gute Verdauung Sauerkraut, Kaffee und Nüsse sowie Weintrauben.

Verdauungsfördernd wirken auch ein Joghurt mit Himbeeren oder Kefir, der Bitterstoffe enthält.

Durch einen Verzicht auf bestimmte Lebensmittel kann die Gefahr ernährungsbedingter Verstopfungen reduziert werden. Zu diesen Lebensmitteln zählen insbesondere:

  • Schokolade
  • Weißmehlprodukte wie Toastbrot oder Kekse
  • Rotes Fleisch
  • Eier
  • Fertiggerichte
  • Cornflakes

Durch Bewegung Verstopfung vorbeugen

Zur Vermeidung von Verstopfungen sollte im Alltag neben der richtigen Ernährung auch auf ausreichende Bewegung geachtet werden.

Die richtige Ernährung bei Blähungen

Verursacht die Ernährung regelmäßig Blähungen, sollten bestimmte Lebensmittel als auslösende Faktoren gemieden oder reduziert werden. Dazu zählen:

  • Hülsenfrüchte
  • kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • Kohlsorten sowie Zwiebeln
  • Alkohol
  • Kaffee

Daneben sollten einer möglichen persönlichen Empfindlichkeit oder Störung der Darmflora durch eine Ernährungsumstellung entgegengewirkt werden. Oftmals ist zur Linderung der Beschwerden nicht gleich eine Fastenkur oder Darmsanierung nötig. Es reicht aus, auf natürliche Helfer für den Magen- und Darmbereich verstärkt zurückzugreifen.

Als bewährtes Mittel gilt Kümmel. Das Küchengewürz zählt zu den Heilpflanzen. Durch seine ätherischen Öle und Gerbstoffe unterstützt es die Verdauung und wirkt krampflösend. Außerdem fördert Kümmel den Gallefluss und damit die Fettverdauung. Kümmel gilt als ideale Beigabe zu schwer verdaulichen Speisen.

Über eine ähnliche Wirkung verfügen Fenchel und Anis.

Gegen Blähungen wirkt auch ein Tee aus frischem Ingwer und Zitronensaft. Für die Beseitigung der Blähungen sorgen in erster Linie die Ingwer-Wirkstoffe Gingerol sowie verschiedene ätherische Öle.

Einen Abbau vorhandener Gase erzielt außerdem das multifunktionale Gewürz Knoblauch.

Zur Vermeidung von Blähungen dient probiotischer Joghurt. Er stärkt die erforderliche Balance im Magen-Darm-Trakt.

Die richtige Ernährung sowie ausreichend Bewegung wirken sich positiv auf die Verdauung aus.Die richtige Ernährung sowie ausreichend Bewegung wirken sich positiv auf die Verdauung aus. (Foto by: danielkrol85 / Depositphotos)

Weitere Tipps für eine gesunde Verdauung

  • Ein Glas warmes Wasser am Morgen vor dem Frühstück regt den Stoffwechsel an. Eine ebenso positive Wirkung für die Verdauung hat warmer Kamillen- oder Fencheltee.
  • Langsames, gründliches Kauen erleichtert den Verdauungsprozess
  • Frisch gehackt oder getrocknet: Petersilie ist ein hervorragendes Mittel gegen Gasbildung im Körper
  • Zuckeraustauschstoffe werden zunehmend in Lebensmittel verwendet: Zu viel davon kann Durchfall verursachen

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Quellen:

Blog von Ernährungsberaterin Mag. Katharina Ziegelbauer: www.ernaehrungsberatung-wien.at (Abruf: 23.4.2019)

Informationsquelle zu Lebensmitteln: www.lebensmittelinfo.net (Abruf 23.4.2019)

Internetpräsenz der Firmen der Klosterfrau Gruppe: www.klosterfrau.de (Abruf 23.4.2019)

Spiegel Online: www.spiegel.de (Abruf 23.4.2019)

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