Hämoglobin-Wert

Als Hämoglobin wird der eisenhaltige, rote Blutfarbstoff bezeichnet. Es ist ein Protein, Bestandteil des Blutes und besteht aus Globulin. In einem ausgewachsenen menschlichen Körper sind ca. 650 Gramm Hämoglobin enthalten. Jeden Tag bildet der Körper etwa 6 Gramm neu.

Aufgaben von Hämoglobin

Hämoglobin ist der wichtigste Lieferant von Sauerstoff im menschlichen Körper. Es bindet und transportiert den Sauerstoff zu den Zellen. So gelangt der Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe und das Kohlendioxid vom Gewebe zur Lunge. Dafür verantwortlich ist das sogenannte Häm, da es durch seinen Aufbau Sauerstoffmoleküle an sich binden kann.
 
Je normaler der Hämoglobin-Wert des Blutes eines Menschen also ist, umso besser funktioniert die Sauerstoffversorgung in seinem Körper.

Außerdem ist das Hämoglobin für die Regulation des Säure-Basen-Haushalts verantwortlich. Dabei bindet es Wasserstoff-Ionen.

Bestimmung der Blutwerte

Die Blutwerte werden regelmäßig beim Hausarzt im Rahmen der Check-up-Untersuchung an Hand des einfachen Blutbildes turnusmäßig kontrolliert. Bei einem Verdacht auf Eisenmangel sollte der Betroffene sich einem gesonderten Gesundheitscheck unterziehen. Dabei wird durch den behandelnden Arzt Blut abgenommen, um sich einen Überblick über das einfache Blutbild zu machen. Hier werden dann durch den Arzt die Blutwerte des Labors überprüft. So wird dann festgestellt, ob die Blutwerte im Normalbereich liegen oder nicht.
 
Die Hämoglobin-Werte beim Mann liegen im Normalbereich zwischen 13,5 und 17,5 g/dl (etwa 8,4 bis 10.9 mmol/l) und bei der Frau zwischen 12 und 16 g/dl (etwa 7,5 bis 9.9 mmol/l).
 
Sind die Hämoglobin-Werte zu hoch oder zu niedrig, werden weitere ärztliche Untersuchungen und diagnostische Verfahren folgen. Wird ein Nährstoffmangel diagnostiziert, werden häufig Präparate, die Eisen, Folsäure und Vitamin B 12 enthalten, durch den Arzt verschrieben.
 
Turnusmäßig erfolgen dann Nachfolgeuntersuchungen, um festzustellen, ob durch die Einnahme des entsprechenden Präparats Veränderungen bzw. Verbesserungen im Blutbild sichtbar werden. Starke Abweichung von Normalwerten können dazu führen, dazu Bluttransfusionen notwendig werden.

Der Hämoglobin-Wert ist zu hoch

Ist der Hämoglobin-Wert zu hoch, liegt meistens gleichzeitig ein erhöhter Anteil an Erythrozyten (rote Blutkörperchen) vor. Der Arzt spricht dann von einer Polyglobulie.

Für einen zu hohen Hämoglobin-Wert gibt es verschiedene Ursachen:
 
  • Mangel an Sauerstoff aufgrund der Umwelt (z. B. Aufenthalt in Höhenlagen)
  • Krankheitsbedingter Mangel an Sauerstoff (z. B. Einschränkung der Lungenfunktion aufgrund einer Erkrankung oder ungesunder Lebensweise)
  • Knochenmarkserkrankung
  • Fehlerhaftes Hämoglobin führt zum eingeschränkten Sauerstofftransport
  • Dopingmittel
  • Der menschliche Körper ist immer bestrebt den Mangel an Sauerstoff auszugleichen. Daher kann es zu einer erhöhten Ausschüttung von Erythropoetin (Hormon der Niere) kommen. So kommt es zur Produktion neuer Erythrozyten im Knochenmark.
Eine weitere Ursache für einen zu hohen Hämoglobin-Wert kann eine Pseudopolyglobulie sein. Trinkt ein Mensch zu wenig oder verliert er an übermäßiger Flüssigkeit, besteht die Gefahr, dass sein Körper austrocknet. Der Körper des Menschen muss diese Diskrepanz jedoch ausgleichen. Dies führt dazu, dass Wasser aus dem Blut an das Gewebe und die Organe abgegeben werden. Im Verhältnis steigt automatisch hierdurch der Anteil an Erythrozyten.

Der Hämoglobin-Wert ist zu niedrig

Ist der Hämoglobin-Wert zu niedrig, kann der Körper nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Dies führt unweigerlich beim Betroffenen zur Müdigkeit und zu Schwindelzuständen. Dann liegt eine sogenannte Anämie (Blutarmut) vor. Häufig ist dieser Wert dann auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Steht dem Körper nicht ausreichend Eisen zur Verfügung, wird die Produktion von Hämoglobin gehemmt. Der Arzt erkennt dies vor allem an dem niedrigen Wert an Erythrozyten.
 
Charakteristisch für eine Anämie ist also die Verringerung der Transportierfähigkeit des Blutes hinsichtlich Sauerstoff. Somit wird weniger Sauerstoff in das Gewebe des menschlichen Körpers befördert. Der Körper ist jedoch auf Sauerstoff angewiesen und versucht daher diesen Mangel auszugleichen. Das Herz schlägt dann schneller, um das Blut zügiger durch den Körper zu transportieren. Diese ausgleichende Reaktion ist dann durchaus auch mit weniger Erythrozyten möglich. Für den Menschen ist jedoch diese Art der erhöhten Herzfrequenz ungesund, beängstigend und sehr unangenehm.
 
Entsprechend der Diagnosestellung der Anämie mit Ursachen und Schweregrad finden verschiedene Behandlungsformen ihre Anwendung. So können Eisenpräparate für die tägliche Einnahme verschrieben werden. Andererseits werden Hormonpräparate eingesetzt, die Bildung von Erythrozyten begünstigt. Bei schweren Verläufen einer Anämie können auch regelmäßige Bluttransfusionen und Transplantationen von Stammzellen erfolgen.
 
Auch bei der Ernährung ist darauf zu achten, dass Nahrung, die eisenhaltig ist, zu sich zu nehmen. Hier stellt vor allem Fleisch ein wichtiges, eisenhaltiges Nahrungsmittel dar. Pflanzliche Nahrungsmittel können durchaus auch Eisen enthalten. Die Aufnahme durch den menschlichen Organismus ist dabei jedoch etwas schwieriger aufgrund der Verwertbarkeit. Dies ist vor allem auch bei veganer oder vegetarischer Ernährung zu beachten und zu berücksichtigen. Zu den pflanzlichen Nahrungsmitteln, die Eisen enthalten zählen vor allem
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • grünes Blattgemüse

Der Hämoglobin-Wert während der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist etwas Wunderbares, wobei der Körper der werdenden Mutter stark beansprucht und gefordert wird. In dieser Zeit geht es nicht nur um die Versorgung des Körpers der Mutter, sondern auch um die des werdenden Lebens. Nährstoffe sind in dieser Zeit wichtiger denn je. Auch das Blut übernimmt mehr Aufgaben, indem es nun zusätzlich auch das werdende Kind mit Sauerstoff versorgen muss. Häufig kommt es daher bei Schwangeren zu einem Eisenmangel. Diese Mangelerscheinung muss dann während dieser anspruchsvollen Zeit durch Eisenpräparate häufig bereits präventiv ausgeglichen werden. Damit wird einer Anämie der Schwangeren vorzeitig vorgebeugt. Im Übrigen hält ein diagnostizierter Eisenmangel bei Schwangeren häufig nach der Entbindung noch einige Wochen und Monate an, da die Eisenreserven aufgebraucht wurden. So wird die Einnahme von Eisenpräparaten auch in dieser Zeit dann notwendig.
 

Der Hämoglobin-Wert bei Schwangeren liegt im Normalbereich bei 11 g/dl. Er kann während der Entwicklungsphase des Kindes zwischen dem vierten und sechsten Monat leicht darunter liegen. Der Gynäkologe wird dies fortlaufend im Rahmen der Untersuchungen kontrollieren. Dabei wird nicht nur der Hämoglobin-Wert im Blut gemessen, sondern auch die Auslastung die Kapazität des Speichers für Eisen bestimmt.

Hämoglobin und Sport


Zudem hängt die Ausdauer eines Menschen unmittelbar mit der Sauerstoffaufnahme zusammen. Dabei ist entscheidend, welche Menge an Sauerstoff ein Mensch während sportlicher Betätigungen in einer bestimmten Zeitspanne verwerten kann. Hämoglobin bindet den Sauerstoff in der Lunge, der während der sportlichen Betätigung vermehrt eingeatmet wird. Je besser diese Verwertung ist, umso höher ist die Leistungsfähigkeit des Menschen. Dadurch wird es möglich, gezielt durch Sport die Leistungsfähigkeit eines Menschen zu erhöhen.

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